Cold Reading

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Der Fachbegriff Cold Reading bezeichnet eine Technik, die von Mentalisten, Wahrsagern und Hellsehern dazu angewendet wird, um während eines Gespräches von einer Person unauffällig ganz bestimmte (relevante) Informationen zu erlangen. Bei professioneller Anwendung lassen sich durch Cold Reading viele Informationen erhaschen, ohne dass die Person Verdacht schöpft.

Bedeutung

Was genau das Wort “Cold” in diesem Fachausdruck bedeutet, lässt sich ganz einfach erklären. "Cold" ist das englische Wort für "Kalt" und es bedeutet, dass man ohne Vorwissen in das Gespräch geht. Ähnlich wie im Marketing, dort spricht man von “Cold Calling” (Kaltakquise), wenn versucht wird, einen unbekannten (potenziellen) Kunden, mit dem noch keinerlei Geschäftsbeziehung bestand, für ein Geschäft anzuwerben.

Das Gegenteil von “Cold Reading” ist das so genannte “Warm Reading”, diese Technik wird sehr häufig bei Mentaltricks vor sehr großem Publikum angewendet. Beim Warm Reading beschafft sich der Zauberkünstler schon vor der Vorführung die entsprechenden Informationen. Oftmals werden zum Beispiel Telefonnummer oder Adressen vorab aus einem Telefonbuch heraus gesucht…

Technik

Das Cold Reading kann man zum Beispiel bei Wahrsagern sehr gut beobachten. Diese äußern Aussagen, die i.d.R. recht allgemeingültig formuliert sind, so dass diese auf die meisten Menschen in irgendeiner Form zutreffend sind.

In der Psychologie spricht man vom so genannten “Barnum-Effekt”, das bedeutet, dass Menschen sehr häufig allgemeingültige Aussagen über die eigene Person als zutreffende Beschreibung akzeptieren und zustimmen. Dieser Effekt lässt sich auch ganz einfach selbst testen. Entgegnet man einen Mitmenschen nach einem sehr anstrengenden Arbeitstag am Abend mit folgender Aussage “Du fühlst dich einigermaßen gut, aber es gab heute schon ein kleines Problem!”, so wird meistens eine Zustimmung folgen. Dieses Beispiel ist natürlich sehr banal und noch relativ unspektakulär, da es einfach zu durchschauen ist und insgesamt wenig Raffinesse mit sich bringt. Die Aussagen professioneller Cold Reader hingegen sind meist sehr ausgeklügelt und abstrakt. Meist sind viele Aussagen zu einem ganzen Schema verknüpft, so dass es für jede mögliche Reaktion des Probanden auch eine passende Gegenreaktion des Mentalisten gibt. Dadurch können selbst negative Rückmeldungen abgefangen und umgelenkt werden, zuletzt steht dabei immer die Aussage des Cold Callers als “zutreffend” da.

Anwendung

Cold Reading ist eine eigene Form der Mentalzauberei. Man kann diese Kunst erlernen, muss dazu jedoch ein gewisses Fingerspitzengefühl und ein gewisses Maß an Rhetorik mitbringen. Es gibt zu diesem Thema sogar Übungsmaterial zu kaufen. 

Im Alltag ist das Cold Reading nicht nur in der Mentalmagie anzutreffen. Auch in Verkaufsgesprächen mit geschulten Verkäufern oder bei Sitzungen bei einem Psychologen kommt das Cold Reading häufig zum Einsatz.

Gegenmaßnahmen

Ein Ärgernis für jeden Mentalisten ist es, wenn der Proband nicht so richtig "mitspielt". Es gibt ein paar einfache und zugleich wirkungsvolle Möglichkeiten, um einem Cold Caller entgegen zu treten... unter Anderem ist das wie folgt möglich:

  1. Aussagen des Cold Callers weder bestätigen noch verneinen... Werden die Aussagen des Cold Callers mit "schwammigen" Aussagen wie z.B. "... naja - nicht ganz..." oder "...eher nicht..." beantwortet, so ist es dem Cold Caller nahezu unmöglich, das Gespräch auf überzeugende Weise zu leiten.
  2. Gegenfragen stellen... Ein Cold Caller ist darauf bedacht, Informationen zu bekommen, die dann entsprechend dazu weiterverwendet werden um weitere Informationen zu erhalten. Eine Gegenfrage bringt den Cold Caller i.d.R. in eine schwierige Situation, da das Schema durchbrochen wird.
  3. Schlüsselaussagen des Cold Callers strikt verneinen... Der Cold Caller tastet sich mit einer Kombination aus Fragen und Anspielungen an eine Schlüsselaussage heran. Diese Schlüsselaussage ist in den meisten Fällen eine Aussage, die aus einer Kombination der bisher bestätigten Aussagen besteht und darauf ausgerichtet ist, ebenfalls vom Probanden bestätigt zu werden. Wird diese Schlüsselaussage unzutreffend bezeichnet, wird es für den Cold Caller schwierig, sein Schema weiter zu verfolgen.

Ein professioneller Cold Caller bzw. Metalist muss die möglichen Gegenmaßnahmen kennen, um entsprechend darauf reagieren zu können. Sofern das Schema des Cold Callings wirklich gut durchdacht ist, so gibt es an jeder einzelnen Stufe eine Abfangmöglichkeit für den Fall, dass sich der Proband nicht "mitziehen" lässt. Außerdem ist es gerade im Bereich der Mentalmagie unerlässlich, den Probanden mit Bedacht zu wählen... Mit einer guten Menschenkenntnis lässt sich nach dem ersten Blick oftmals schon erkennen, ob der Proband für eine Cold-Calling-Nummer geeignet ist oder nicht.

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