Daumenspitze

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Die Daumenspitze ist das wohl bekannteste und wichtigste Zauberrequisit überhaupt, sie spielt in unzähligen Effekt eine entscheidende Rolle und hat schier unendlich viele
Standard-Daumenspitze von Vernet - hierbei handelt es sich um die weltweit meist benutzte Daumenspitze
Einsatzmöglichkeiten. Eine Daumenspitze (auch "Tuchdaumen" genannt) ist ein künstlicher, hohler Daumen aus Kunststoff oder Metall (Metalldaumenspitzen sind allerdings mittlerweile schon etwas aus der Mode; aus fertigungstechnischen Gründen bestanden die Daumenspitzen früher oft aus Metall und heute sind diese nahezu immer aus Kunststoff). Diese Nachbildung eines Daumens ist i.d.R. Hautfarben und kann dadurch problemlos auf dem Daumen getragen werden, ohne dass ein Zuschauer das bemerkt. Dabei wird die Daumenspitze dazu verwendet, um im Inneren kleine Gegenstände zu verstecken, z.B. Seidentücher, Schwammbälle, Zigarettenstummel oder auch Salz.

Mit ein klein wenig Übung kann man damit ganz einfach kleine Gegenstände nach Belieben verschwinden und wieder erscheinen lassen. Der Vorteil daran ist, dass die Handhabung einer Daumenspitze relativ einfach und somit schnell zu Erlernen ist. Zudem sind Daumenspitzen auch noch recht preiswert und aufgrund der geringen Größe kann man eine Kunststoff-Daumenspitze immer dabei haben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Daumenspitze ein nahezu geniales Requisit mit unglaublich vielen Möglichkeiten ist. Aus diesem Grund basieren sehr viele Zaubertricks auf diesem Requisit - fast ein jeder Zauberkünstler arbeitet in irgendeiner Weise damit.

Verschiedene Ausführungen von Daumenspitzen

Daumenspitzen sind in unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich. Die Unterschiede sehen dabei wie folgt aus:

  1. Größe: Angefangen von der Mini-Daumenspitze für Kinder bis hin zur XXL-Daumenspitze für Riesen-Hände ist heutzutage alles erhältlich. Grundsätzlich sollte die Daumenspitze immer etwas größer ausfallen als der eigene Daumen, denn schließlich muss im Inneren der Daumenspitze genug Platz sein um darin noch kleine Gegenstände zu verstauen.
    Anfänger machen oftmals einen entscheidenden Fehler und wählen eine zu kleine Daumenspitze, weil diese bei der Anprobe perfekt auf den Daumen passt. Mit so einer perfekt passenden Daumenspitze lässt sich allerdings i.d.R. nicht richtig zaubern, was nicht nur am fehlenden Platz in der Daumenspitze liegt, sondern auch an der Tatsache, dass man den Finger nicht schnell genug heraus ziehen kann.
    Perfekt ist eine Daumenspitze dann, wenn diese ganz locker auf den Daumen passt. Wird dann im Laufe des Zaubertricks z.B. ein Seidentuch hinein gesteckt, so kann man eine Ecke des Tuches zwischen den Daumen und die Wand der Daumenspitze klemmen, dies hat den Sinn, dass die Daumenspitze dann fest auf dem Daumen sitzt und zugleich wird das Seidentuch automatisch heraus gezogen, wenn man den Daumen heraus zieht - man kann das Seidentuch dann also nicht mehr so leicht "verlieren" und kommt nicht in die Lage, erst nach der richtigen Ecke suchen zu müssen.
  2. Farbe: Die Farbe der Daumenspitze variiert ja nach Region, da hierfür die eigene Hautfarbe als Referenz gilt. In Deutschland sind die Daumenspitzen fast nur in einem hellen Haut-Ton erhältlich. In südlicheren Regionen geht die Farbe mehr ins bräunliche bis hin zu fast schwarzen Daumenspitzen. In diesem Zusammenhang muss allerdings erwähnt werden, dass es zwar hilfreich ist, wenn die Daumenspitze eine ähnliche Farbe hat wie die eigene Haut, allerdings wird diesem Thema allgemein eine viel zu große Bedeutung zugemessen. Bei perfekter Handhabung ist die Daumenspitze fast durchgehend von der Hand oder einem Tuch bedeckt, so dass es relativ unerheblich ist, ob der Farbton der Daumenspitze zur eigenen Hautfarbe passt oder nicht. Gerade bei Anfängern kann man häufig beobachten, dass die Daumenspitze primär nach der Farbe ausgewählt wird.
    Beim intensiven Daumenspitzen-Training wird eine Daumenspitze knallrot eingefärbt. Der Zauberkünstler muss dann vor einem Spiegel oder einer Kamera so lange mit der roten Daumenspitze zaubern,
    Daumenspitze aus Gummi
    bis diese während des Tricks nicht ansatzweise zum Vorschein kommt. Anfangs erscheint dies oftmals sehr schwierig, allerdings entwickelt man auch hierbei i.d.R. recht schnell ein Gefühl für die Perspektive des Zuschauers - sobald man dies verinnerlicht hat, kann man die Daumenspitze nahezu unsichtbar handhaben ohne dabei bewusst über das Abdecken nachdenken zu müssen.
  3. Material: Früher wurden die Daumenspitzen aus fertigungstechnischen Grünen meist aus Metall hergestellt. Heutzutage findet man nahezu keine Metalldaumenspitzen mehr. Die modernen Daumenspitzen bestehen aus Kunststoff oder Gummi.
    Am beliebtesten sind dabei die Kunststoff-Daumenspitzen. Zwar fühlen sich die Modelle aus Gummi etwas echter an, in der Praxis haften diese jedoch meist viel zu fest an der Haut und verhindern somit eine fließende Handhabung.
  4. Form: Dass die Daumenspitzen von unterschiedlichen Herstellern auch leicht unterschiedliche Formen haben, muss vermutlich nicht extra erwähnt werden. Allerdings gibt es neben den Daumenspitzen auch noch Fingerspitzen, der Aufbau bzw. Form und Dicke sind dabei natürlich etwas anders; eben so dass man das Gimmick auf den Finger stecken kann.  

Unterschiedliche Bezeichnungen 

Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung "Daumenspitze" bzw. "Fingerspitze" sehr verbreitet. Vereinzelt wird auch vom "Tuchdaumen" gesprochen, was damit
Fingerspitze von Vernet
zusammen hängt, dass die Daumenspitze meist dazu verwendet wird, um damit Tücher verschwinden zu lassen.

In Online-Foren, Blogs und Chats wird die Daumenspitze mit "DS" abgekürzt. Hierfür gibt es zwei unterschiedliche Gründe... Früher sprach man von einer "DS", um das verräterische Wort "Daumenspitze" in der Öffentlichkeit zu umgehen, was dazu diente, das Trickgeheimnis der Daumenspitze zu wahren. Aktuell wird die Abkürzung "DS" meist aus Bequemlichkeits-Gründen übernommen, mit der Wahrung des Trickgeheimnisses hat dies aktuell meist weniger zu tun.

Im Englischen bezeichnet man eine Daumenspitze als "Thumb Tip" und eine Fingerspitze als "Finger Tip"

Anwendungsbeispiele

In der Faust wird zunächst die Daumenspitze gehalten. Ein Tuch (am besten eines mit ca. 15 bis 20 cm Kantenlänge) wird in die Faust und somit in die Daumenspitze gesteckt. Anschließend wird der Daumen ebenfalls in die Daumenspitze geschoben und sofort kann die Faust geöffnet werden... das Tuch ist verschwunden.

Wenn man zuvor etwas Alu-Folie in die Daumenspitze steckt, kann man sogar brennende Zigaretten darin verschwinden lassen.

Die Anwendungsbereiche der Daumenspitze bzw. der Fingerspitze sind fast unendlich.

Sonderformen der Daumenspitze 

Für besondere Zwecke gibt es speziell präparierte Daumenspitzen, hier ein paar Beispiele:
Levitator von Vernet - hierbei handelt es sich um eine Daumenspitze mit einem Saugnapf

Diskussionen

Leider ist die Daumenspitze auch allzu oft der Gegenstand vieler kontroverser Diskussionen unter Zauberkünstlern. Dabei wird oft über den zu sorglosen Umgang mit dem Trickgeheimnis hinter der Daumenspitze gestritten. Viele Anfänger zeigen den Tuchtrick mit dem Tuchdaumen sehr unprofessionell - zu wenig Übung ist oftmals der Grund dafür. Das Trickgeheimnis wurde dabei schon viel zu oft gelüftet. Mittlerweile wissen viele zauberbegeisterte Zuschauer bereits ganz genau, was eine Daumenspitze ist und wie diese funktioniert.

Nun stellt sich natürlich auch die berechtige Frage, ob die Daumenspitze überhaupt noch geeignet ist um damit einen verblüffenden Zaubertrick zu zeigen. Und genau hier gehen die Meinungen weit auseinander. Wie auch zahlreiche Daumenspitzen-Profis bestätigten ist diese Sorge absolut unbegründet, denn es kommt auch darauf an, wie der Zaubertrick präsentiert wird und wie durchdacht die Technik ist. Zwar kann sich jeder der die Daumenspitze kennt, genau vorstellen wie ein simples Tuchverschwinden funktioniert, aber bei mehrphasigen Tuchdurchdringungen und durch Missdirektion gesteigerten Tuchverschwinde-Routinen reicht die Phantasie eines Leinen für gewöhnlich nicht aus. Kurz gesagt ist es bei geschickter Vorführung durchaus möglich, jemanden der die Daumenspitze genau kennt, mit genau diesem Requisit zu verblüffen.

Abgesehen davon tut man zur heutigen Zeit sowieso meist gut daran, sich damit abzufinden, dass man bestimmte Geheimnisse einfach nicht für immer vor der Allgemeinheit bewahren kann. Für die Zauberkunst ist das zwar oft sehr ärgerlich, aber genau das ist es auch, was einen guten Zauberer von einem schlechten Zauberer unterscheidet – Stichwort “Anpassungsfähigkeit” und “Improvisationstalent”.

Ein interessantes Beispiel ist hierzu eine Zaubershow eines sehr bekannten und vor allem sehr anerkannten Zauberprofis (… der jedoch in diesem Zusammenhang nicht genannt werden wollte). Dieser zeigte vor seinem Publikum die Daumenspitze und erklärte ganz genau, wie es funktioniert, mit diesen Reqisit ein Tuch zum Verschwinden zu bringen. Nachdem das interessierte Publikum alles genau ansehen durfte, führte der Zauberkünstler mehrere Effekte mit der eben gezeigten Daumenspitze vor - und das auf eine so geschickte Art, dass die Zuschauer nicht mehr an die Daumenspitze glaubten. Man konnte förmlich sehen, dass die Zuschauer glaubten, mit der Erklärung über die Daumenspitze verladen worden zu sein. Keiner glaubte mehr daran, dass die eben gezeigte Daumenspitze wirklich die Lösung für die vorgeführten Zaubertricks war.

Weblinks