Kartenpuder

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Kartenpuder ist ein spezielles Pulver, mit dem man die Oberfläche von Spielkarten glatt und gleitfähig machen kann.

Zusammensetzung

Kartenpuder besteht in den meisten Fällen aus reinem Zinkstearat, das ist eine Chemikalie die z.B. in der Kunststoffchemie als Stabilisator (z.B. für PVC) verwendet wird. Stearate sind im allgemeinen Salze der Stearinsäure und werden auch als "Metallseifen" bezeichnet... was aber für die Anwendung in der Zauberkunst eher unwichtig ist.

Sehr wichtig ist es, zu wissen, dass es ein paar Dinge zu Beachten gibt. Zwar ist Zinkstearat nicht giftig und bisher sind auch keine nennenswerten Gefahren für den menschlichen Körper bekannt, trotzdem sollte das Zinkstearat nicht in die Augen oder in die Atemwege gelangen, denn dies könnte Reizungen zur Folge haben.

Unbedingt sollten größere Staubbildungen vermieden werden, denn wie man es von der bekannten "Mehlstaubexplosion" kennt, kann es auch bei dichter Aufnebelung von Kartenpuder zu einer Staubexplosion kommen - dabei kann u.U. schon ein Funke aus einer statischen Aufladung ausreichend sein, um die Staubpartikel zu entzünden (übrigens: bei der Verbrennung entstehen giftige Dämpfe).

Anwendung

Kartenpuder kann auf unterschiedliche Arten angewendet werden - je nachdem ob man ein gesamtes Kartenspiel präparieren möchte oder ob nur eine kleine Stelle auf einer Spielkarte präpariert werden soll.

Wenn gleich ein komplettes Kartenspiel mit Kartenpuder präpariert werden soll, funktioniert das am einfachsten wie folgt: man nimmt eine Papiertüte (z.B. vom Bäcker) und bläst diese komplett auf. Dann werden die Karten in die Tüte gelegt und anschließend ca. eine Messerspitze Kartenpuder darüber verteilt. Danach wird die Papiertüte verschlossen und ca. eine Minute lang leicht geschüttelt bis sich der Kartenpuder gleichmäßig über alle Karten verteilt hat. Zuletzt wird geprüft, ob die Spielkarten die gewünschten Gleit-Eigenschaften aufweisen und falls nicht, kann die Prozedur wiederholt werden, so lange bis die Karten perfekt sind.

Wenn hingegen nur einzelne Teilbereiche der Karten präpariert werden sollen, so wird zunächst ein Stofftuch (z.B. Stofftaschentuch) benötigt. Das Tuch wird auf dem Tisch ausgebreitet und etwas Kartenpuder wird in die Mitte des Tuches gelegt. Dann wird das Tuch so zusammengefaltet, dass sich daraus eine Quaste ergibt, in welcher sich der Kartenpuder befindet (es werden also einfach die Ecken des Tuches nach oben genommen und der untere Teil in dem sich der Puder befindet wird zu gedreht). Mit dieser Quaste kann man die betroffenen Stellen betupfen und somit den Puder einfach und gleichmäßig auftragen.

Wie schon weiter oben erwähnt, ist immer darauf zu achten, Staubbildung zu vermeiden. Am besten sollte die Anwendung, egal ob mit Tüte oder mit Quaste, ausschließlich im Freien oder in gut belüfteten Räumen passieren.

Anwendungsbeispiele

Kartenpuder wird meist zum Wiederaufbereiten von alten Karten benutzt. Kartenprofis verwenden Kartenpuder auch zum Vorpräparieren von Spielkarten. Die Anwendungsmöglichkeiten von Kartenpuder lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Zum Wiederaufbereiten von alten / abgenutzten Spielkarten. Die abgenutzte und ungleichmäßige Oberfläche wird wieder aufbereitet und die Karten erhalten nahezu die ursprünglichen Gleiteigenschaften zurück.
  2. Zum Aufbereiten minderwertiger Spielkarten - oftmals ist das nötig, wenn man für einen Effekt einen bestimmten Kartentyp (z.B. wegen des Rückenmusters) benötigt, welcher allerdings kein gutes Oberflächenfinish besitzt. Mit dem Kartenpuder können so auch Spielkarten mit ursprünglich schlechten Gleiteigenschaften und minderwertigem Oberflächenfinish relativ gut gleitfähig gemacht werden.
  3. Bei Effekten mit mehrfachen oder unterteilten Rau-Glatt-Präparationen. Je kleiner die Raupräparation an einer Spielkarte ist, desto schwieriger wird es, die Karten richtig zu beherrschen. Daher werden zusätzlich zur Rau-Präparation die übrigen Stellen oftmals mit Kartenpuder behandelt. Hierdurch werden die unpräparierten Stellen noch glatter wodurch sich die Differenz des Reibungskoeffizienten zwischen rauen und glatten Stellen erhöht. So wird das Kartenspiel besser handhabbar.

Entfernen von Kartenpuder

Sollte einmal etwas Kartenpuder auf eine falsche Stelle gelangen (z.B. bei Rau-Glatt-Präparationen auf den rauen Bereich), so lässt sich der Kartenpuder mit etwas Spiritus wieder weg wischen.

Bezeichnung

Der Kartenpuder wird auch häufig als "Fächerpuder" oder als "Kartenpulver" bzw. "Fächerpulver" bezeichnet. Im Englischsprachigen wird der Kartenpuder als "Card Powder" oder "Fanning Powder" bezeichnet.

Web-Links